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Nachlese zur #rp12: Euroblogger-Wochen in Deutschland (update)

Vor zehn Tagen hatte ich ihn noch als Beispiel eines deutschen Euro-Bloggers in meinem re:publica 12 Vortrag genannt (Präsentation, S. 13), von dem das Video leider noch nicht online ist.:

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Heute sprach Lost in EUrope Euroblogger Eric Bonse in einer spannenden 1-stündigen Radiosendung beim Deutschlandradio Wissen übers Eurobloggen, Eurojournalismus und europäische Öffentlichkeit.

Damit setzen sich die Euroblogger-Wochen in Deutschland fort, die ich im März mit meinem Beitrag zur “Unverlinkten EU-Blogosphäre” begonnen habe. Dieser Beitrag, vom Bruegel-Blog polemisch mit “Europeans can’t blog” aufgenommen, führte dann insbesodere in der deutschen und europäischen Wirtschaftsblogosphäre zu Diskussionen rund ums europäische Bloggen.

In Vorbereitung auf meinen re:publica-Talk hatte ich dann eine ganze Reihe von Beiträgen zum Eurobloggen verfasst – einer auch mit einem spannenden Kommentar von Eric versehen – weshalb die Netzweltredaktion von Spiegel Online auf mich zukam und mich bat, einen 5000-Zeichen “Debattenbeitrag” zu verfassen, der am Tag meines Talks unter dem Titel “Blogger verschlafen die Euro-Krise” veröffentlich wurde.

Der Titel ist nicht von mir und widerspricht auch eigentlich meinem Argument, dass die Krise das einzige ist, was überhaupt zur mehr Eurobloggen geführt hat. Aber naja. So richtig zu Debatten hat der Beitrag auf SPON nicht geführt, für magere 8 Kommentare hat’s gereicht. Kritische Reaktionen gab’s dafür in einzelnen deutschen Blogs, z.B. auf dem von mir im Beitrag erwähnten Kartellblog. und auf Fliegende Bretter. Bei Tim’s Fish Fight hat man die eigene Erwähnung zumindest wahrgenommen. Und auch bei der Neuen Züricher Zeitung wurde der Beitrag verlinkt.

Mein Talk war dann auch Thema auf verschiedenen Blogs, bei Hotwire, bei repub12, bei Anke Gröner, bei netzdebatte.bpb, bei netzleuchten und bei CARTA. Im Anschluss durfte ich mein Gesicht auch noch in drei Kameras halten:

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Ich bin nicht wirklich Fan solcher Interviews, aber wenn man schon mal übers Eurobloggen außerhalb der eigenen Echokammer sprechen kann, dann tut man das auch. Erwähnung fanden diese Interviews unter anderem bei Blicklog, re-publica.deSköne Oke und Europaeum*.

Ich kann mich nicht erinnern, dass in deutschen Medien, abseits von Treffpunkt Europa (hier & hier), jemals so viel Platz eingeräumt wurde. So gesehen war die re:publica 12 trotz meiner kritischen Nachbetrachung durchaus von Vorteil.

Für mich selbst haben diese Diskussionen zum Nachdenken geführt. In meinem Post “Die Illusion der EU-Blase und die Entdeckung des EU-Schaums” wende ich mich ein wenig von der auch von mir in meinen Texten und den Interviews vorgebrachten Metapher der EU-Bloggerblase und der Feststellung der zu kleinen Euroblogosphäre ab, weil man europäische Diskussionen in Blogs auch abseits dieser Blase findet, wenn man nur danach sucht.

Mir selbst in den Interviews zuzuhören, war kein Genuss, aber immerhin ist mir aufgefallen, dass wir mit dem Mantra der der Brüssel-fokussierten EU-Blogosphäre nicht vorankommen werden, weil wir damit am Ende doch nur wieder auf uns selbst schauen. Wir sollten stattdessen nach bereits stattfindenden europäischen Diskussionen zu suchen – und dann finden wir einen ganzen Schaum europäischer Öffentlichkeit, der aus der Mikro-Perspektive der Blase(n) nicht zu entdecken ist.

So gesehen war die re:publica doch ganz nützlich. Und wer’s bis hierher geschafft hat, geht bitte zurück zum Anfang und hört die Sendung mit Eric Bonse!

* Von Europaeum sei im übrigen “In 10 Schritten zum Euroblogger” empfohlen. Da kann man dann nichts mehr falsch machen beim Einstieg in die Euroblogosphäre!



2 Responses to Nachlese zur #rp12: Euroblogger-Wochen in Deutschland (update)

  1. avatar Eric B. says:

    Hey Ronny, danke für die Erwähnung, die EuroBlogger-Festspiele gehen weiter, auch wenn es in meinem Fall eher Zufall war, dass das Interview gerade jetzt kam. Passte aber gut, so konnte ich auch über FR und GR sprechen. Für mich war interessant, von den Redakteuren zu hören, dass wir Blogger offenbar zu einer aussterbenden Spezies gehören. Zumindest in D wird immer weniger gebloggt, viele wandern wohl zuG+, Twitter etc. ab. Interessant war auch die Frage, ob es eine europäische Öffentlichkeit bzw. ein europäisches Interesse gibt. Ich denke, ja, aber es ist weniger als in Brüssel als in paneuropäischen Kontakten und Netzwerken zu finden. Die beste Strategie wäre also, sich weiter zu vernetzen und zu verlinken und noch mehr Diskussionen aus FR, IT, Gr etc. aufzugreifen!

  2. avatar Ronny Patz says:

    Ich hab keine Ahnung, ob das Bloggen weniger wird. Das Problem an Facebook, Twitter et al. ist, dass sie nicht wirklich für eine mehrsprachige Realität wie die europäische Öffentlichkeit ausgelegt sind. In Blogs lässt sich viel leichter mit mehrsprachigen Diskussionen umgehen, weil man in ein und dem selben Beitrag pan-europäische Links zu verschiedensten Inhalten in unterschiedlichen Sprachen setzen kann.

    Durch meinen Beitrag zum EU-Schaum hab ich zum Beispiel eine ganze Reihe von Lesern aus Rumänien bekommen, nur, weil ich einen Blogbeitrag von da verlinkt habe.

    In dieser Vernetzung steckt viel Potenzial, aber eigentlich geht es dabei nicht so sehr um die Vernetzung mit anderen sondern eher um die Wahrnehmung dieser anderen, ihrer Argumente und ihrer Perspektiven. So wie du beim Deutschlandradio meintest, dass es spannender war, französische Politik aus französischer Perspektive wahrzunehmen (und diese Wahrnehmung journalistisch weiterzutragen), so wird es wichtiger werden, europäische Politik aus europäischer Perspektive wahrzunehmen – nicht aus dem Bullauge des Brüsseler UFOs sondern indem wir mehr eintauchen in die Diskussionen, die schon überall geführt werden.

    Also selbst wenn die deutsche Blogosphäre kleiner werden sollte, kann die europäische eigentlich nur wachsen. Und, in der Tat, sie wird nur über pan-europäische Diskussionen wachsen, nicht (in erster Linie) über EU-Diskussionen.

    Schade nur, wenn der SPIEGEL mit solchen Beiträgen wie der Ausgabe morgen solche Perspektivenwechsel klassisch umschifft.

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